Ludwig Baumann – zum 100. Geburtstag

Der beitrag wurde erstmals am 29.oktober 2012 veröffentlicht.

Die gedenkstĂ€tte esterwegen -ehemaliges konzentrations- und strafgefangenenlager- ist derzeit – bis zum 16.12.2012 der ausstellungsort der wanderausstellung „Was damals Recht war…“ zu den urteilen der wehrmachtsgerichte. Ludwig baumann ist der letzte zeitzeuge, der dazu berichten kann. Wegen „fahnenflucht“ wurde er von der wehrmachtsgerichtsbarkeit zum tode verurteilt. Die todesstrafe wurde zu einer 12-jĂ€hrigen zuchthausstrafe umgewandelt. Dies erfuhr er aber erst nach monaten in stĂ€ndiger todesangst in der todeszelle. Das KZ esterwegen und spĂ€ter das wehrmachtsgefĂ€ngnis in torgau waren bis kriegsende seine weiteren hĂ€ftlingsstationen. Nach dem Krieg – seit den 1990er jahren kĂ€mpfte ludwig baumann um die aufhebung der unrechtsurteile und um die rehabilitierung der deserteure aus der wehrmacht. Sie galten in der nachkriegszeit weiterhin als vorbestraft und wurden als feiglinge und verrĂ€ter verunglimpft. Erst in diesem jahrtausend hatte sein engagement erfolg. 2002 erfolgte die rehabilitation wegen desertation und erst 2009 wurden die urteile wegen „kriegsverrat“ aufgehoben. UnermĂŒdlich setzt sich ludwig baumann gegen das unrecht und fĂŒr friedliche verhĂ€ltnisse ein. „NIE WIEDER KRIEG“ bleibt seine botschaft und seine forderung.

text und fotos: jochen vogler

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