K├Âln: Erdogan ist am Ende?

„Das ist das Ende von Erdogan“ – meinte der K├Âlner Journalist und Publizist G├╝nter Wallraff auf einer Veranstaltung am 14. Juni in der Volksb├╝hne K├Âln. Anlass war eine Solidarit├Ątsveranstaltung f├╝r den beliebten kurdischen Politiker und Pr├Ąsidentschaftskandidaten Selahattin Demirtas, Vize der Partei HDP. Den lie├č der Diktator Recep Tayyip Erdogan anlasslos 2016 kurzerhand in den bekannten Folterknast in Edirne in U-Haft nehmen. Die Staatsanwaltschaft forderte damals 486 Jahre Haft. Als Folterknecht in Edirne gilt Hayder Ali Ak, nachdem er sich mit Folterungen in Bolu, Erzurum und Tekridas zweifelhaften Ruf erworben hatte, so der Vorwurf.

Die brutale Entsorgung unerw├╝nschter Politiker und organisierte Angriffe auf die Wahlhelfer sollte die HDP im Wahlkampf schw├Ąchen, denn Erdogan f├╝rchtet, dass die HDP bei den Wahlen am 24. Juni ├╝ber 10 Prozent erh├Ąlt und dies seine absolutistische Macht kosten k├Ânnte. Doch die Solidarit├Ąt f├╝r die HDP ist ├╝berall gro├č, die K├Âlner Linke sowie die Gr├╝nen unterst├╝tzen sie. Auf der Veranstaltung wurden hunderte Solidarit├Ątskarten mit dem Aufdruck „F├╝r Gerechtigkeit, Frieden, Demokratie und V├Âlkerverst├Ąndigung! #Free Demirtas“ verteilt. Die Anschrift: das Gef├Ąngnis in Edirne. Von dort will Selahattin Demirtas den Wahlkampf fortf├╝hren. F├╝r ihn steht im Vordergrund die friedliche L├Âsung der Kurdenfrage in der T├╝rkei.  

Indessen spitzt sich die Lage im Osten der T├╝rkei zu, die Erdogan durch die Unterdr├╝ckung der Kurden und seiner politischen Gegner selber auf den Plan gerufen hat. Vier Menschen starben in diesen Tagen bei einem Wahlkkampf im Streit, darunter ein Bruder des Parlamentariers Ibrahim Halil Yildiz, Mitglied von Erdogans Partei AKP. Die Partei HDP rief zur Gewaltlosigkeit und Besonnenheit auf.

Inzwischen gibt es Vorw├╝rfe der HDP, dass Erdogan versuchen k├Ânnte, die Wahl durch Manipulation der Stimmen der Auslandst├╝rken zu f├Ąlschen. So jedenfalls Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde in Deutschland.  Wie Medien berichten, hatte Erdogan auch ge├Ąu├čert: „Wenn wir die Mehrheit in den Wahlkommissionen sichern, dann haben wir in Istanbul die Sache noch vor Beginn (der Abstimmung, Anm.) erledigt.“

Die Veranstaltung an diesem Donnerstag in der Volksb├╝hne wurde zun├Ąchst als t├╝rkische Wahlkampfveranstaltung verboten. Die Veranstalter obsiegten allerdings vor Gericht. (Hans-Dieter Hey, Fotos: Berthold Bronisz)

Video aus der Veranstaltung in Deutscher und T├╝rkischer Sprache: 

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